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Fotos: Philippe Stalder

Das Stadtviertel Sultanahmet ist Istanbuls touristischste Ecke – denn es ist gespickt mit historischen Bauwerken. Hier befinden sich mit der Cisterna Basilica, der Hagia Sophia, dem Grossen Basar und der Blauen Moschee im Umkreis von zwei Kilometern gleich vier der eindrücklichsten Sehenswürdigkeiten Istanbuls. Doch das Viertel lockt nicht nur zahlreiche Touristen aus sämtlichen Breitengraden an, es zeugt mit seinen unterschiedlichen architektonischen Einflüssen auch von der langen und bewegten Geschichte der Stadt.

Hauptstadt dreier Imperien

Istanbul verbindet aufgrund seiner geographischen Lage Europa mit Asien sowie das Schwarze Meer mit dem Mittelmeer. Deswegen war die Handelsstadt seit jeher von geostrategischer Bedeutung – und wurde dementsprechend heiss umkämpft. Gegründet wurde sie von dorischen Griechen im Jahre 660 v. Chr. unter dem Namen Byzantion. Danach diente die Metropole während fast 1600 Jahren dem Römischen Reich (324-527), dem Byzantinischen Reich (527-1453) sowie dem Osmanischen Reich (1453-1918) als Hauptstadt; Erst unter dem Namen Byzanz, nach der Teilung des Römischen Reiches unter Konstantinopel und seit der Eroberung durch die Osmanen unter Istanbul. Noch heute prägen Relikte der griechisch-römischen Antike, des mittelalterlichen Byzanz sowie Bauten der neuzeitlichen und modernen Türkei das Stadtbild. Ein Spaziergang durch das Sultanahmet-Viertel gleicht deshalb einer architektonischen Zeitreise durch die drei Epochen der Bosporus-Metropole.

Cisterna Basilica

Die vom römischen Kaiser Konstantin im 4. Jh. in Auftrag gegebene Zisterne ist eines der letzten gut erhaltenen Bauwerke aus der römischen Epoche. Auf einer Fläche von 138 x 65 Meter stehen in zwölf Reihen 336 jeweils acht Meter hohe Säulen, die das Gewölbe tragen. Die imposante unterirdische Halle diente mit einem Fassungsvermögen von 80´000 Kubikmetern als Wasserspeicher für den grossen Palast des Kaisers. Die Römer leiteten dafür Quellwasser aus dem Hochland westlich der Stadt über kilometerlange Viadukte in die Zisterne. Die korinthischen Säulen wurden mehrheitlich aus Spolien gefertigt, das heisst aus Überresten von Bauten noch älterer Kulturen. So wurden unter anderem zwei umgedrehte Medusenhäupter als Sockel für zwei Säulen verwendet.

Hagia Sophia

Nachdem das Römische Reich 395 in ein West- und ein Ostreich zerfiel, wurde Konstantinopel zur Hauptstadt des Byzantinischen (oströmischen) Reiches. 537 wurde die Sophienkirche von Constantinus dem Zweiten als Reichshauptkirche eröffnet. Die Kirche stellt damit das letzte große Bauwerk der Spätantike dar. Sie bildete den religiösen Mittelpunkt der orthodoxen Kirche, bis sie nach der Eroberung Konstantinopels durch die Osmanen 1453 zu einer Moschee umgebaut wurde. Heute fungiert sie als Museum und Touristenmagnet.

Grosser Basar

Der grosse Basar wurde von Sultan Mehmet Fatih angelegt, kurz nachdem dieser Konstantinopel erobert hatte. Heute erstreckt sich der Basar auf einer Fläche von über 30´000 Quadratmetern und beherbergt über 4000 Geschäfte, die von Gewürzen über Textilien bis hin zu Lampen so ziemlich alles anbieten. Die teuersten Waren werden im Zentrum des Basars, der alten Tuchhalle verkauft. Da diese ursprünglich als Schatzkammer geplant wurde und ihre Zugänge fest verschlossen werden können, fungierte sie zwischenzeitlich sogar als Bank. Man sollte Istanbul auf keinen Fall verlassen, bevor man nicht einmal das emsige Treiben des grössten überdachten Basars der Welt erlebt hat.

Blaue Moschee

Die 1616 vom Architekten Mehmet Aga fertiggestellte Moschee ist ein Flaggschiff osmanischer Architektur. Seit der Säkularisation der nahe gelegenen Hagia Sophia ist sie zudem Istanbuls Hauptmoschee. Seinen Namen verdankt das erhabene Bauwerk den blau-weissen Fliesen, die die Kuppel und den oberen Teil der Mauern zieren. Ausserhalb der Gebetszeiten ist die Moschee für nicht-Muslime zugänglich. Ein Besuch lohnt sich auf alle Fälle – es dauerte eine ganze Weile, bis der Auslandschweizer seinen Mund vor lauter Staunen über die verwunschenen Ornamente wieder schliessen konnte.