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Fotos: Philippe Stalder

Der Auslandschweizer ist sonst ja nicht so der wow-schau-mal-diese-wunderschöne-Herbstfarben-Komposition-Typ, aber die einzigartige Schönheit der sandigen Vulkanlandschaft Kappadokiens hat ihm für einmal den Atem geraubt. Steinerne Pilze und Zipfelmützen zieren die verwinkelten Täler, in deren Bergwände Höhlenbewohner seit der Bronzezeit ganze Siedlungen aushoben. Die verwunschene Optik verdankt die Region ihren mittlerweile inaktiven Vulkanen, die vor 50 Millionen Jahren die gesamte Gegend mit einer dicken Lavaschicht überzogen hatten, woraus sich im Laufe der Zeit eine Masse aus Basalt, Asche und Sand zu porösem Tuffstein verfestigte. Seither schürften Regengüsse und Wind durch Rillenerosion die für die Region charakteristischen Strukturen in den Fels.

Christen hauten über 3000 Kirchen aus dem Stein

Da Kappadokien auf der für den Handel zentralen Seidenstrasse lag, wurde die Region immer wieder von den umliegenden Grossmächten erobert. Die Höhlensiedlungen boten der Bevölkerung dabei Schutz vor den verschiedenen Aggressoren. Ab dem 4. Jh. begannen dann vornehmlich Christen die Region zu besiedeln, die über 3000 Kirchen aus dem Stein hauten und die Höhlenarchitektur auf ein neues Level hoben. Um sich vor ihren Feinden zu verstecken, errichteten die frühen Christen ganze unterirdische Städte mitsamt Keltereien, Friedhöfen und Kirchen. Die wohl bekannteste ist die erst 1963 entdeckte unterirdische Stadt Derinkuyu. Archäologen gehen davon aus, dass auf den acht Stockwerken bis zu 5000 Menschen lebten. Heute ist das UNESCO Weltkulturerbe für Touristen zugänglich – man sollte seine Klaustrophobie allerdings am Eingang zurücklassen, denn die gewundenen Gänge und Treppen sind äusserst eng.