Georgien ist nicht gerade das, was man unter einem Kifferparadies versteht. Im Gegenteil: In der ehemaligen sowjetischen Provinz wurde der Konsum von Marihuana bisher mit einer Haftstrafe von bis zu sieben Jahren geahndet. Auch Beqa Tsiqarishvili drohte solch eine unverhältnismässig harte Strafe, nachdem er mit 69 Gramm des THC-haltigen Betäubungsmittels von der Polizei erwischt wurde. Seine Freunde waren jedoch nicht dazu bereit, diese drakonische Strafe zu akzeptieren und gründeten kurzerhand das White Noise Movement, welches mit Demonstrationen und anderen Aktionen beim georgischen Obergericht eine Gesetzesänderung einforderte.

200 Kiffer sollen rückwirkend aus Haft entlassen werden

Zur Überraschung aller Beteiligten folgte das Obergericht der Forderung der jungen Bürgerbewegung und erliess Ende Oktober eine Gesetzesänderung, welche den Konsum und den Besitz von Marihuana nicht mehr unter die Haftstrafe stellte. Diese markante Zäsur in der georgischen Drogenpolitik soll auch rückwirkende Konsequenzen haben, wodurch rund 200 inhaftierte Kiffer nächstes Jahr aus der Haft entlassen werden dürften.

Free Beqa: Der Auslandschweizer (r.) trifft Beqa Tsiqarishvili (M.) und Dato vom White Noise Movement (r.). Foto: Matej Cerulik (2. November 2015)
Free Beqa: Der Auslandschweizer (l.) trifft Beqa Tsiqarishvili (M.) und Dato vom White Noise Movement (r.). Foto: Matej Cerulik (2. November 2015)

Der Auslandschweizer hatte Dato vom White Noise Movement am Montag, den 2. November in Tiflis zu Beqas Fall und der Bedeutung dieser überraschenden Gesetzesänderung interviewt. Matej Cerulik war so freundlich, das Interview zu filmen und zu schneiden. Besten Dank!